Rechtsstreit zwischen Johnny Depp und Amber Heard ist beendet

8. Juni 2022

Sechs Wo­chen lang dauerte das per Gerichtskameras übertragene Gerichtsverfahren zwischen John­ny Depp (58) und seiner vormaligen Ehefrau Amber Heard (36). Am 01.06.2022 haben die sie­ben Ge­schwo­re­nen Johnny Depp einen Sieg über Amber Heard zugesprochen. Die Geschworenen haben Amber Heards Schilderungen von Missbrauch keinen Glauben geschenkt und sie verurteilt, Johnny Depp wegen Verleumdung über zehn Millionen Dollar Schadenersatz zu zahlen. Johnny Depp hingegen schuldet ihr nach der Entscheidung der Jury zwei Millionen Dollar für Aussagen seines Ex-Anwalts, die Heards Ruf geschädigt hätten.

Johnny Depp war während des Verfahrens täglich vor dem Gerichtsgebäude von jubelnden Anhängern empfangen worden. Heard hatte deutlich weniger Unterstützer und sah sich zudem Anfeindungen in den sozialen Medien ausgesetzt. Selbst wenn Johnny Depp als Sieger aus dem Verleumdungsprozess hervorgeht, ist er gleichzeitig Verlierer in einer zur Schau getragenen Schlammschlacht, die im Livestream von Gerichtskameras weltweit übertragen wurde. Man wird künftig die Namen Depp oder Heard unweigerlich mit den geschilderten Vorfällen in ihrer kurzen Ehe verbinden: z.B. eine abgetrennte Fingerkuppe, mit Blut geschriebene Botschaften, Fäkalien auf der Bettdecke.

Im Kern der von Depp eingereichten Zivilklage ging es um einen 2018 von der “Washington Post“ veröffentlichten Kommentar, in dem sich Heard als Opfer häuslicher Gewalt beschrieb. Obwohl Johnny Depp darin von Amber Heard nicht namentlich genannt wurde, sah er sich hierdurch als Opfer von Falschaussagen gebrandmarkt und klagte wegen Verleumdung auf 50 Millionen Dollar Schadenersatz. Amber Heard reichte Gegenklage mit einer 100 Millionen Dollar-Forderung ein, da Depps Ex-Anwalt Adam Waldman ihrem Ansehen mit einer Schmutzkampagne geschadet hätte. Die Jury hatte über komplizierte Rechtsfragen wie Redefreiheit, Vorsatz oder Rufschädigung – aber auch die Glaubwürdigkeit der Hollywood-Stars und die gegenseitigen Missbrauchsvorwürfe zu entscheiden.